Ein atemberaubender vulkanischer Kratersee in Askja, Island, gefüllt mit milchig-blauem, undurchsichtigem geothermischem Wasser. Der See ist umgeben von rauem, braunem Vulkanstein mit stellenweise verbleibendem Schnee. In der Ferne erheben sich schneebedeckte Berge unter einem dramatischen Himmel mit verstreuten Wolken und blauen Flecken, wobei ein größerer See jenseits des Kraters sichtbar ist.

Vulkane

Askja: Islands entlegener Riese und die Geburtsstätte eines Kratersees

Tief im kargen Hochland von Islands Vatnajökull-Nationalpark verbirgt sich die Askja, eines der entlegensten und faszinierendsten Vulkansysteme des Landes. Umgeben von Lavawüsten und eingehüllt in eine fast mondähnliche Atmosphäre, ist Askja ein Reiseziel voller vulkanischer Geschichte, dramatischer Landschaften und anhaltender geologischer Faszination. Für Geologie-Begeisterte mit Entdeckergeist bietet die Askja einen seltenen Einblick in die unbändige Kraft von Islands vulkanischer Unterwelt.

Ein Vulkangigant in der Isolation

Die Abgeschiedenheit der Askja macht einen großen Teil ihrer Mystik aus. Der Vulkan liegt im isländischen Hochland, weit weg von Siedlungen oder asphaltierten Straßen, und ist nur in den Sommermonaten zugänglich. Erst wenn der schmelzende Schnee und mildere Wetterbedingungen es zulassen, können sich abenteuerlustige Reisende auf den Weg machen. Doch selbst dann erfordert die Fahrt dorthin ein robustes Allradfahrzeug und die Bereitschaft, einige der kargsten Landschaften des Landes zu durchqueren.

Doch genau diese Isolation macht die Askja umso fesselnder. Das umliegende Lavafeld Ódáðahraun, eine riesige Fläche aus schroffem Basalt, wird oft als wie von einer anderen Welt beschrieben. Tatsächlich führte diese Ähnlichkeit mit extraterrestrischem Terrain dazu, dass die NASA dort in den 1960er Jahren die Apollo-Astronauten ausbildete, um sie auf die Mondoberfläche vorzubereiten.

Eine aus einer Katastrophe geborene Landschaft

Die Askja ist Teil des Dyngjufjöll-Vulkansystems und wird als Stratovulkan eingestuft – ein Vulkantyp, der sowohl für explosive als auch für effusive Eruptionen bekannt ist. Was die Askja heute jedoch wirklich auszeichnet, ist ihre riesige Caldera, die bei einem der heftigsten Ausbrüche in der modernen Geschichte Islands entstand.

Erfahren Sie mehr über geologische Begriffe

Im Jahr 1875 brach die Askja mit verheerender Kraft aus. Die Explosion sprengte die Spitze des Vulkans weg und schleuderte eine gewaltige Asche- und Tephrawolke empor, die sich über das ganze Land ausbreitete und bis nach Skandinavien reichte. Dies war mehr als nur ein geologisches Ereignis, es war eine nationale Krise. Der Ascheregen vergiftete die Wasserquellen, tötete Nutztiere und vernichtete Ernten, was zu einer weit verbreiteten Hungersnot und einer großen Auswanderungswelle von Island nach Nordamerika führte. Der Ausbruch war so heftig, dass er die Landschaft für immer veränderte.

Die Folgen dieses Ausbruchs schufen eines der bekanntesten geologischen Wahrzeichen Islands: den Öskjuvatn. Dieser tiefe, kalte Calderasee liegt im Herzen des eingestürzten Gipfels der Askja. Daneben befindet sich der Víti, ein kleinerer Krater, der beim selben Ausbruch entstand und heute mit milchig-blauem, geothermisch erwärmtem Wasser gefüllt ist. Sein Name – Víti – bedeutet übersetzt „Hölle“, eine Anspielung auf sein unheimliches Aussehen und den schwefeligen Geruch.

Die prähistorische Kraft der Askja

Die vulkanische Aktivität der Askja reicht Jahrtausende zurück. Vor etwa 10.000 Jahren trugen Lavaströme des Vulkans dazu bei, die riesige Lavawüste Ódáðahraun zu formen. Spätere Ausbrüche vor etwa 2.500 Jahren lagerten dicke Tephraschichten ab, die noch heute in den Bodenschichten Islands sichtbar sind.

Diese urzeitlichen Ausbrüche waren keine Einzelerlebnisse; sie waren Teil eines andauernden tektonischen Schauspiels an der Grenze zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte. Während diese Platten auseinanderdriften, steigt Magma an die Oberfläche und speist Islands unermüdliche Vulkansysteme – und die Askja ist einer der Hauptakteure in dieser Geschichte.

Ausbrüche in der Moderne

Nach dem historischen Ereignis von 1875 wurde es um die Askja nicht ruhig. Eine Reihe kleinerer Ausbrüche zwischen 1921 und 1929 erzeugte Lavaströme in der Nähe der Caldera und fügte dem ohnehin schon dramatischen Gelände neues Material hinzu. Im Jahr 1961 brach der Vulkan erneut aus, dieses Tag effusiv, und setzte südlich der Caldera basaltische Lava frei. Dies war der bis dato letzte Ausbruch der Askja, aber nicht unbedingt ihr letztes Kapitel. Tatsächlich deuten die Zeichen darauf hin, dass der Vulkan langsam wieder erwacht.

Bereitet sich die Askja auf einen neuen Ausbruch vor?

Seit 2021 beobachten Wissenschaftler in Island deutliche Anzeichen von Unruhe unter der Askja. Satelliten- und GPS-Daten zeigen, dass sich der Boden um die Caldera in einigen Bereichen stetig um mehr als 50 Zentimeter angehoben hat. Eine solche Bodenhebung ist ein starkes Indiz dafür, dass sich unter der Erde Magma ansammelt und der Druck in der Magmakammer des Vulkans steigt.

Zusätzlich zur Bodenhebung scheinen auch die Temperaturen im Öskjuvatn-See zu steigen, was möglicherweise auf eine erhöhte geothermische Wärme im Zusammenhang mit magmatischer Aktivität zurückzuführen ist. Gleichzeitig haben seismische Sensoren eine wachsende Zahl kleiner Erdbeben registriert – ein weiteres untrügliches Zeichen dafür, dass sich unter der Oberfläche etwas tut.

Obwohl es unmöglich ist, genau vorherzusagen, wann oder wie die Askja ausbrechen wird, sind die Daten eindeutig: Das System ist aktiv, und der Druck steigt.

Was macht die Askja so besonders?

Die Einzigartigkeit der Askja liegt nicht nur in ihrer Geologie, sondern auch in der Art und Weise, wie diese Geologie so offen zur Schau gestellt wird. Nur wenige Vulkane bieten einen so umfassenden Einblick darin, wie explosive Aktivitäten die Landschaft verändern. Von den riesigen, hoch gelegenen Lavafeldern über die wassergefüllte Caldera bis hin zum dampfenden geothermischen Krater ist die Askja ein Paradebeispiel für die vulkanische Evolution.

Der Öskjuvatn ist dabei besonders bemerkenswert. Mit einer Fläche von rund 11 Quadratkilometern bildet dieser Kratersee einen atemberaubenden Kontrast zu den umliegenden schwarzen Lavafeldern. Der Víti hingegen lädt mutige Besucher zu einem Bad in seinem warmen, schwefelhaltigen Wasser ein, obwohl die Bedingungen variieren können und die Sicherheit immer an erster Stelle stehen sollte.

Wie Wissenschaftler die Askja überwachen

Angesichts der explosiven Vergangenheit der Askja und der zunehmenden Aktivitätssignale behalten Islands Wissenschaftler den Vulkan mithilfe eines Netzwerks moderner Überwachungsinstrumente genau im Auge. Seismometer registrieren Erdbeben in der Region, während GPS-Stationen Veränderungen der Geländehöhe aufzeichnen. Satelliten liefern Wärmebilder, erkennen Hitzesignale und messen Oberflächenverformungen.

Zusammen ermöglichen diese Instrumente ein tiefes Verständnis dessen, was sich unter der Oberfläche abspielt. Sobald sich Magma in Bewegung setzt oder der Druck steigt, liefern diese Geräte frühzeitige Warnsignale, die den Behörden helfen, sich auf mögliche Eruptionen vorzubereiten. Islands Vulkanüberwachungssystem gehört zu den besten der Welt, und die Askja ist einer der am strengsten überwachten Vulkane überhaupt.

Ein geologischer Geschwistervulkan der Giganten

Die Askja wird oft mit einigen der berühmtesten Vulkane der Welt verglichen. Ihr Ausbruch im Jahr 1875 steht beispielsweise dem des indonesischen Krakatau in Bezug auf Ascheverbreitung und globale Auswirkungen in nichts nach. Das explosive Potenzial und der Tephra-Ausstoß erinnern stark an das Verhalten des Vesuvs. Dennoch nimmt die Askja aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage eine Sonderstellung ein – weit weg von Siedlungen, aber dennoch in der Lage, Gebiete weit über Islands Küsten hinaus zu beeinflussen.

Ihre Abgeschiedenheit ist Segen und Herausforderung zugleich. Es gibt keine Städte in der Nähe, und der Zugang ist auf kurze Zeitfenster im Sommer beschränkt. Wer jedoch die Reise auf sich nimmt, wird mit einem unvergleichlichen Erlebnis geologischer Kraft und Schönheit belohnt.

Ein Besuch der Askja: Gut zu wissen

Die Reise zur Askja ist kein einfaches Unterfangen, aber für alle, die sich für die isländische Geologie interessieren, lohnt sich die Mühe allemal. Um die Caldera zu erreichen, ist in der Regel eine mehrstündige Fahrt durch unwegsames Gelände erforderlich, meist in einem Fahrzeug mit Allradantrieb. Die Wetterbedingungen können sich rasch ändern, und auf Teilen der Strecke müssen Flüsse durchquert werden. Geführte Touren werden daher dringend empfohlen.

Die Askja ist ein lebendiges, sich ständig veränderndes Monument der Kräfte, die Island geformt haben und noch immer formen. Sie ist eine eindrucksvolle Erinnerung daran, dass unsere Erde immer im Wandel ist – manchmal leise, manchmal explosiv, aber immer in Bewegung.

Video: Ausbruch der Askja im Jahr 1961


Häufig gestellte Fragen zum Vulkan Askja

Wo befindet sich der Vulkan Askja?

Die Askja liegt im abgelegenen isländischen Hochland im Vatnajökull-Nationalpark. Sie ist vom riesigen Lavafeld Ódáðahraun umgeben und weit entfernt von Städten, asphaltierten Straßen und anderer Infrastruktur.

Welche Art von Vulkan ist Askja?

Die Askja ist ein Stratovulkan (Schichtvulkan) innerhalb des Dyngjufjöll-Vulkansystems. Sie hat sowohl explosive Eruptionen als auch effusive Ausbrüche mit fließender basaltischer Lava hervorgebracht.

Was ist die Askja-Caldera?

Die Askja-Caldera ist eine große vulkanische Einsturzkrater-Struktur, die entstand, als der Boden nach großen Eruptionen und dem Abfließen von Magma unter dem Vulkan einbrach. Heute befinden sich darin die Seen Öskjuvatn und Víti.

Wie ist der Öskjuvatn entstanden?

Der Öskjuvatn bildete sich in der eingestürzten Caldera der Askja nach dem gewaltigen Ausbruch von 1875. Mit einer Fläche von rund 11 Quadratkilometern ist er heute einer der markantesten Kraterseen Islands.

Was ist der Víti-Krater?

Der Víti ist ein kleinerer Explosionskrater direkt neben dem Öskjuvatn, der ebenfalls beim Ausbruch im Jahr 1875 entstand. Er enthält milchig-blaues, geothermisch erwärmtes Wasser und verströmt einen deutlichen Schwefelgeruch.

Was bedeutet das Wort Víti?

Víti ist das isländische Wort für „Hölle“. Der Name bezieht sich auf das dampfende geothermische Wasser des Kraters, den Schwefelgeruch und die dramatische vulkanische Umgebung.

Was geschah beim Ausbruch der Askja im Jahr 1875?

Beim Ausbruch von 1875 wurden gewaltige Mengen an Asche und Tephra über ganz Island und bis nach Skandinavien geschleudert. Die Eruption veränderte die Form des Vulkans grundlegend, führte zur Entstehung des Öskjuvatn und schuf den Víti-Krater.

Wie wirkte sich der Askja-Ausbruch von 1875 auf Island aus?

Der starke Ascheregen verunreinigte das Trinkwasser, vernichtete die Ernten und tötete das Vieh. Die darauffolgende Not führte zu einer Hungersnot und veranlasste viele Isländer, nach Nordamerika auszuwandern.

Hat die Askja seit 1875 wieder Ausbrüche gehabt?

Ja. Zwischen 1921 und 1929 kam es zu mehreren kleineren Ausbrüchen, die neue Lavaströme nahe der Caldera bildeten. Im Jahr 1961 brach die Askja erneut aus und ließ basaltische Lava südlich der Caldera abfließen.

Wann war der letzte Ausbruch der Askja?

Der letzte Ausbruch der Askja fand im Jahr 1961 statt. Es handelte sich um eine effusive Eruption, bei der flüssige Basaltlava austrat, ganz im Gegensatz zu dem explosiven Ascheregen von 1875.

Ist die Askja noch ein aktiver Vulkan?

Ja. Die Askja ist nach wie vor ein aktives Vulkansystem. Wissenschaftler überwachen Erdbeben, Bodenverformungen, geothermische Aktivitäten und andere Veränderungen genau, die auf Bewegungen unter dem Vulkan hindeuten könnten.

Welche Anzeichen für vulkanische Unruhe wurden an der Askja festgestellt?

Seit 2021 wurden bei Messungen erhebliche Bodenhebungen rund um die Caldera, steigende Wassertemperaturen im See und zahlreiche kleine Erdbeben registriert. Diese Veränderungen deuten darauf hin, dass sich unter der Erde neues Magma ansammelt.

Bedeutet die Unruhe, dass die Askja bald ausbrechen wird?

Nicht zwingend. Die Bodenhebung und die Erdbeben zeigen zwar, dass das Vulkansystem in Bewegung ist, aber Wissenschaftler können nicht genau vorhersagen, wann, wo oder wie der nächste Ausbruch der Askja stattfinden wird.

Wie überwachen Wissenschaftler den Vulkan Askja?

Forscher nutzen Seismometer zur Erfassung von Erdbeben, GPS-Stationen zur Messung von Bodenbewegungen und Satelliten zur Beobachtung von Verformungen und thermischen Veränderungen. Diese Instrumente helfen dabei, ein Bild von den Vorgängen unter der Oberfläche zu zeichnen.

Warum kommt es an der Askja zu vulkanischer Aktivität?

Die Askja liegt in Islands aktiver Grenzzone, wo die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatte auseinanderdriften. Da sich die Erdkruste hier dehnt und Risse bildet, kann Magma leicht zur Oberfläche aufsteigen.

Was ist das Lavafeld Ódáðahraun?

Das Ódáðahraun ist eine riesige basaltische Lavawüste, die die Askja umgibt. Die über Jahrtausende hinweg entstandenen Lavaströme haben eine extrem schroffe, karge und fast außerirdisch anmutende Landschaft geformt.

Warum hat die NASA Astronauten in der Nähe der Askja ausgebildet?

Die NASA nutzte die Askja-Region in den 1960er Jahren für das Training der Apollo-Astronauten, da die abgelegenen Lavafelder und die karge vulkanische Landschaft den Bedingungen auf dem Mond sehr ähnlich waren.

Kann man als Tourist zur Askja reisen?

Ja, allerdings ist die Askja in der Regel nur während der Sommermonate erreichbar. Die Anreise erfordert eine lange Fahrt über unbefestigte Hochlandpisten in einem geeigneten Allradfahrzeug, wobei auf einigen Strecken auch Flüsse durchquert werden müssen.

Wird eine geführte Tour zur Askja empfohlen?

Ja. Wegen der Abgeschiedenheit, des unberechenbaren Wetters sowie der anspruchsvollen Pisten und Flussüberquerungen sind geführte Touren eine sehr vernünftige Wahl – besonders für Reisende ohne Erfahrung im isländischen Hochland.

Kann man im Víti-Krater baden?

Der Víti enthält angenehm warmes, geothermisch geheiztes Wasser, allerdings können sich die Bedingungen und Sicherheitsregeln vor Ort schnell ändern. Die steilen Hänge des Kraters und die geothermische Aktivität bergen Risiken, weshalb Besucher stets den aktuellen behördlichen Anweisungen folgen sollten.

Was macht die Askja so einzigartig?

Die Askja vereint eine gigantische Caldera, tiefe Kraterseen, geothermische Aktivität und endlose Lavafelder in einer der einsamsten Landschaften der Erde. Sie zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie explosive und effusive Eruptionen das Gesicht Islands formen.

Kann man in Island echte, flüssige Lava erleben?

Ja, absolut! Bei der LAVA SHOW in Reykjavík und Vík können Besucher aus sicherer Entfernung echte, geschmolzene Lava aus nächster Nähe fließen sehen, ihre intensive Hitze spüren und das Knistern beim Abkühlen hören. Ein faszinierendes Erlebnis vulkanischer Kräfte, ganz ohne die mühsame Reise ins entlegene Hochland.

Frei übersetzt nach dem Artikel der LAVA SHOW Askja: Iceland’s Remote Giant and the Birthplace of a Crater Lake.


Erleben Sie echte, geschmolzene Lava

Die Askja ist einer der faszinierendsten Vulkane Islands, bekannt für ihre gewaltigen Ausbrüche, ihre riesige Caldera und ihre Landschaften wie von einem anderen Stern. Während ein Ausflug zur Askja Ihnen einen unvergesslichen Einblick in Islands unberührte Natur bietet, können Sie bei der LAVA SHOW eine ganz andere Seite des Vulkanismus erleben. Beobachten Sie aus nächster Nähe, wie echte, glühend heiße Lava fließt – in einer absolut sicheren und kontrollierten Umgebung. Eine einzigartige Gelegenheit, die unglaublichen Kräfte, die Island noch heute formen, mit allen Sinnen zu spüren.

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