
Vulkane
Bárðarbunga: Islands Kraftwerk aus Feuer und Eis
Der Bárðarbunga ist einer der kraftvollsten und aktivsten Vulkane Islands. Versteckt unter dem riesigen Vatnajökull-Gletscher hat dieser subglaziale Riese die isländische Landschaft über Jahrtausende hinweg geprägt und einige der größten Eruptionen des Landes hervorgebracht.
Geologische Fakten über den Bárðarbunga
Der Bárðarbunga, der als subglazialer Stratovulkan eingestuft wird, ragt 2.009 Meter in die Höhe und ist damit nach dem Hvannadalshnjúkur der zweithöchste Gipfel des Landes. Er gehört zum Bárðarbunga-Veiðivötn-System, das sich über mehr als 190 Kilometer durch die weite isländische Landschaft erstreckt. In seinem Zentrum liegt eine gewaltige Caldera mit einer Fläche von etwa 70 Quadratkilometern, die bis in Tiefen von fast 850 Metern abfällt.
Der Bárðarbunga kann sowohl effusive Eruptionen mit weitreichenden Lavaströmen als auch explosive Eruptionen erzeugen, bei denen Asche und Tephra entstehen. Geologisch gesehen liegt er direkt an der Grenze, an der die eurasische und die nordamerikanische tektonische Platte aufeinandertreffen – und das direkt über einem Hotspot unter dem Vatnajökull-Gletscher, der seine bemerkenswerte Aktivität antreibt.
Eine Geschichte gewaltiger Ausbrüche
Der Bárðarbunga blickt auf eine lange Geschichte von Ausbrüchen zurück, die die Landschaft Islands über Jahrtausende hinweg immer wieder neu geformt haben. Um 6600 v. Chr. brachte er die Þjórsá-Lava hervor, den größten holozänen Lavastrom der Erde, der eine Fläche von 950 Quadratkilometern bedeckte. Im Jahr 877 n. Chr., kurz nach der Besiedlung Islands, kam es zum Vatnaöldur-Ausbruch mit einem Vulkanexplosivitätsindex (VEI) von 4. Das wohl bedeutendste Ereignis fand jedoch 1477 statt, als der Veiðivötn-Ausbruch, der größte bekannte in der Geschichte Islands, einen VEI von 6 erreichte.
Zwischen 1701 und 1864 erlebte der Bárðarbunga eine Reihe kleinerer Eruptionen unter dem Gletscher und an nahe gelegenen Spalten, was eine besonders aktive Phase markierte. Ein großer Ausbruch folgte 1910 im Gebiet Loki-Fögrufjöll, und 1996 deutete der Spaltenausbruch der Gjálp auf mögliche Verbindungen zwischen dem Bárðarbunga und dem nahe gelegenen Vulkan Grímsvötn hin. Auch in jüngerer Zeit zeigte der Bárðarbunga immer wieder Lebenszeichen. Im Jahr 2010 erinnerte ein Erdbebenschwarm von mehr als 30 Beben, von denen einige eine Stärke von 3,7 erreichten, die Wissenschaftler an die anhaltende Aktivität des Vulkans.

Der Ausbruch 2014–2015
Der jüngste Ausbruch des Bárðarbunga, der von August 2014 bis Februar 2015 andauerte, war eines der bemerkenswertesten modernen Vulkanereignisse Islands. Die Eruption ereignete sich an der Holuhraun-Spalte nördlich der Hauptcaldera und förderte rund 1,4 Kubikkilometer Lava zu Tage. Dadurch entstand ein neues Lavafeld mit einer Fläche von 85 Quadratkilometern – das größte in Island seit dem katastrophalen Laki-Ausbruch von 1783–1784.
Das Ereignis war von einer außergewöhnlichen seismischen Aktivität mit mehr als 30.000 registrierten Erdbeben begleitet. Zudem wurden riesige Mengen an Schwefeldioxid in die Atmosphäre freigesetzt, was die Luftqualität in ganz Island beeinträchtigte und sogar das europäische Festland erreichte. Während des Ausbruchs sackte die Bárðarbunga-Caldera um bis zu 65 Meter ab – ein Zeichen für die gewaltigen Magmabewegungen, die sich unter dem Gletscher abspielten.
Die Auswirkungen der Bárðarbunga-Ausbrüche
Die Folgen der Ausbrüche des Bárðarbunga gehen weit über die unmittelbare Lava und Asche hinaus. Explosive Eruptionen wie die im Jahr 1477 verteilten Tephra über weite Regionen, bedeckten die Landschaft und veränderten ganze Ökosysteme. Subglaziale Ausbrüche bergen zudem die Gefahr von Jökulhlaups – plötzlichen Gletscherläufen, die Täler verwüsten, gigantische Sedimentmengen bewegen und das Gelände flussabwärts völlig verändern. Auch die freigesetzten Gase können zu einer großen Herausforderung werden. Bei starken Eruptionen beeinträchtigen diese Emissionen nicht nur die Luftqualität in Island, sondern können auch über die Grenzen hinwegziehen und das Wetter sowie die Bedingungen in anderen Teilen Europas beeinflussen.
Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch
Bevor der Bárðarbunga ausbricht, kündigt er sich meist durch verschiedene Warnsignale an. Erdbebenschwärme gehören zu den häufigsten Anzeichen, da sich das Magma seinen Weg durch die Erdkruste bahnt. Wissenschaftler beobachten auch Verformungen der Erdoberfläche, da sich der Boden heben oder senken kann, wenn sich darunter Magma ansammelt. In einer eisbedeckten Umgebung kann auch ein ungewöhnliches Schmelzen oder Absinken der Gletscheroberfläche auf aufsteigende Hitze hinweisen. Ein erhöhter Ausstoß von Gasen wie Schwefeldioxid ist ein weiteres Indiz dafür, dass das Magma kurz vor der Oberfläche steht. Durch die Kombination dieser Signale können Vulkanologen oft gut vorhersagen, wann der Bárðarbunga wieder unruhig wird.
Ist es gefährlich, Island während eines Vulkanausbruchs zu besuchen?
Trotz der dramatischen Natur der isländischen Ausbrüche bleibt das Land für Besucher bemerkenswert sicher. Der Bárðarbunga beispielsweise liegt tief unter dem Vatnajökull-Gletscher, weit entfernt von Städten und Dörfern. Wenn Ausbrüche in der Nähe von bewohnten Gebieten stattfinden, wie bei den jüngsten Eruptionen auf der Reykjanes-Halbinsel, reagieren die isländischen Behörden blitzschnell, sperren gefährdete Zonen und geben Gaswarnungen heraus.
Reisende in Island sind während eines Ausbruchs nicht in Gefahr, solange sie den offiziellen Anweisungen folgen. Auch wenn Asche und Schwefeldioxid manchmal die Luftqualität beeinträchtigen können, sorgen der isländische Zivilschutz und die Echtzeit-Updates des isländischen Wetteramtes (IMO) dafür, dass Risiken klar kommuniziert werden und das Reisen in den meisten Regionen absolut sicher bleibt.
Wie Wissenschaftler Vulkane überwachen
Ein dichtes Netzwerk von Überwachungssystemen behält den Bárðarbunga und andere Vulkane in Island rund um die Uhr im Blick. Empfindliche Seismographen registrieren Erdbeben tief unter der Erde und liefern so frühzeitige Hinweise auf Magmabewegungen. GPS-Geräte zeichnen feinste Verschiebungen der Erdoberfläche auf, während Satelliten detaillierte Bilder des Gletschers und des darunter liegenden Landes liefern. Die Wissenschaftler messen zudem den Gasausstoß, insbesondere von Schwefeldioxid, um festzustellen, ob Magma aufsteigt. Darüber hinaus wird der Vatnajökull-Gletscher genau beobachtet, da plötzliches Schmelzwasser oder Fluten auf versteckte Ausbrüche unter dem Eis hinweisen können.
Zusammen ermöglichen diese Instrumente den isländischen Wissenschaftlern, das Verhalten des Bárðarbunga in Echtzeit zu verfolgen und lebenswichtige Warnungen herauszugeben, noch bevor ein Ausbruch richtig an Fahrt gewinnt.
Der Bárðarbunga im Vergleich zu anderen Vulkanen
Um die Kraft des Bárðarbunga besser einordnen zu können, hilft ein Vergleich mit anderen berühmten Vulkanen:
Mauna Loa (Hawaii): Beide produzieren riesige Lavaströme, aber die Lage des Bárðarbunga unter dem Eis bringt die zusätzliche Gefahr von verheerenden Flutwellen mit sich.
Pinatubo (Philippinen): Der explosive Ausbruch des Pinatubo (1991) war von einem ganz anderen Typ, doch beide Vulkane hatten weitreichende Auswirkungen auf die Atmosphäre.
Laki (Island): Ähnlich wie beim Bárðarbunga setzten die Eruptionen des Laki gigantische Mengen an Lava und Gasen frei, die das Klima und die Ökosysteme nachhaltig veränderten.
Mount St. Helens (USA): Der Ausbruch des St. Helens im Jahr 1980 (VEI 5) war verheerend, doch der Ausbruch des Bárðarbunga im Jahr 1477 erreichte einen VEI von 6 und war damit noch um ein Vielfaches stärker.
Ein Vulkan unter ständiger Beobachtung
Heute wird der Bárðarbunga von isländischen Wissenschaftlern extrem genau überwacht. Durch seine abgelegene Lage unter dem Vatnajökull stellt er nur eine geringe direkte Gefahr für Ortschaften dar, aber seine schiere Größe und seine Geschichte machen ihn zu einem der wichtigsten Vulkane des Landes.
Da seine früheren Ausbrüche zu den größten der Menschheitsgeschichte zählen, ist der Bárðarbunga ein faszinierendes Beispiel für Islands dynamische Geologie – und zeigt eindrucksvoll, warum das Land ein absoluter Hotspot für die weltweite Vulkanforschung ist.
Häufig gestellte Fragen zum Vulkan Bárðarbunga
Erleben Sie echte, flüssige Lava
Der Ausbruch des Bárðarbunga war eines der außergewöhnlichsten Vulkanereignisse in der Geschichte Islands. Er schuf riesige Lavafelder und zeigte der Welt einmal mehr, welche unbändige Kraft unter der Insel schlummert. Während es extrem selten ist, einen Ausbruch wie den des Bárðarbunga live mitzuerleben, können Sie bei der Lava Show in aller Sicherheit echte, geschmolzene Lava aus nächster Nähe fließen sehen. Eine einmalige Gelegenheit, die vulkanischen Kräfte, die Island bis heute prägen, mit allen Sinnen zu spüren, zu hören und zu sehen.
Planen Sie Ihren Besuch:
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