Blick auf den Mýrdalsjökull-Gletscher und den darunter liegenden Katla-Vulkan, gesehen von einer Straße und Brücke an Islands malerischer Südküste.

Vulkane

Katla Vulkan: Der schlafende Riese Islands

Die Katla, einer der beeindruckendsten und bekanntesten Vulkane Islands, ragt unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher im Süden Islands empor. Ihr Name flößt Ehrfurcht ein, da die Ausbrüche der Katla in der Geschichte immer wieder katastrophale Ausmaße annahmen und Landschaften sowie das Leben der Menschen veränderten. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die geologischen Besonderheiten der Katla, ihre bewegte Geschichte, den berüchtigten Ausbruch von 1918 und die Risiken, die sie heute darstellt.

Die Bedeutung der Katla für die Lava Show

Für uns bei der Lava Show hat die Katla eine ganz besondere Bedeutung. Die Lava, die wir bei unseren Shows in Vík und Reykjavík schmelzen lassen, stammt aus dem Ausbruch dieses mächtigen Vulkans im Jahr 1918. Darüber hinaus erzählen wir bei der Show in Vík die packende Geschichte, wie der Ururgroßvater unseres Gründers dem Tod beim Ausbruch von 1918 nur knapp entkommen ist.

Geologische und geografische Highlights des Vulkans Katla

*Und nicht vergessen, hier geht es zu unserem Glossar für geologische Fachbegriffe.

  • Typ: Subglazialer Stratovulkan, Tuya-Morphologie.

  • Kaldera: Hat einen Durchmesser von ca. 10 Kilometern und ist von einer dicken Eiskappe bedeckt.

  • Aktivität: Seit der Besiedlung Islands im 9. Jahrhundert mindestens 20 Mal ausgebrochen.

Eruptionstyp: Hauptsächlich explosive Ausbrüche, aber gelegentlich auch großflächige, effusive Spalteneruptionen. Beide Arten können gewaltige Jökulhlaups (Gletscherläufe) auslösen, da die Hitze der Ausbrüche das darüber liegende Eis schmilzt.

Tephra-Ablagerungen: Die basaltischen und seltenen silikatischen Tephraschichten der Katla sind weit verstreut, einige reichten sogar bis auf das europäische Festland.

Lage: Unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher, etwa 20 km nördlich von Vík und 180 km südöstlich von Reykjavík.

Karte der im Jahr 2025 an der Katla registrierten Erdbeben, überwacht vom isländischen Wetteramt, die die seismische Aktivität unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher zeigt.

Die Katla, die aktivere, große Schwester des weltweit berüchtigten Eyjafjallajökull, wird fälschlicherweise oft als inaktiv bezeichnet. Obwohl dieser Vulkan in der Neuzeit (d. h. in den letzten Jahrzehnten) nicht mehr explosiv ausgebrochen ist, ist er historisch gesehen weitaus aktiver und unberechenbarer als sein Nachbar Eyjafjallajökull, der einst den Flugverkehr lahmlegte. Aufgrund seiner Lage unter einem dicken Gletscher ist es sogar gut möglich, dass viele kleinere Ausbrüche kaum bemerkt wurden – darunter drei potenzielle Ereignisse seit 1950. Da es früher keine modernen Messungen und lückenlosen Beobachtungen gab, dokumentieren historische Aufzeichnungen vor allem die explosiven Ausbrüche. Doch die dramatische Geschichte der Katla reicht Hunderttausende von Jahren zurück.

Vor unserer Zeit: Prähistorische Ausbrüche

Die Katla entstand vor über 800.000 Jahren. Der größte Teil ihrer Eruptionsgeschichte, der in Islands Gesteinsschichten festgehalten wurde, fiel der Erosion während der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren zum Opfer. Doch auch ohne schriftliche Aufzeichnungen können Wissenschaftler die Ausbrüche der Vergangenheit rekonstruieren, indem sie Asche- und Tephraschichten in ganz Island und auf den benachbarten Kontinenten kartieren. Die prähistorische Aktivität der Katla ist von gewaltigen Ausbrüchen geprägt, von denen einige das globale Klima spürbar beeinflussten:

~6.600 v. Chr.: Sedimentbohrkerne deuten auf einen schweren Ausbruch hin, dessen Ascheablagerungen im gesamten nordatlantischen Raum nachgewiesen wurden.

~2.900 v. Chr.: Ein großer Ausbruch hinterließ erhebliche Tephraschichten in grönländischen Eisbohrkernen, was auf weitreichende Auswirkungen hindeutet.

~1.500 v. Chr.: Die Aktivität der Katla in dieser Zeit wird mit einer starken Abkühlung des Klimas in Verbindung gebracht, die in europäischen Baumringen und arktischem Eis dokumentiert ist.

Diese uralten Eruptionen verdeutlichen, wie massiv die Auswirkungen der Katla in Island und darüber hinaus sein können. Wenn Sie wissen möchten, wie die südisländische Region direkt nach einem gewaltigen, tephrareichen Ausbruch aussehen könnte: Die Netflix-Serie „Katla“ zeigt die Stadt Vík und die umliegenden, ausgetrockneten Flussebenen, die unter meterhohen Schichten aus Asche und Sand begraben liegen.

Darüber hinaus dürfen auch die effusiven Ausbrüche der Katla nicht unterschätzt werden. Im Gesteinsarchiv der Katla sind drei gewaltige Spalteneruptionen verzeichnet, die letzte davon kurz nach der Besiedlung Islands im Jahr 939 mit dem Beginn des Eldgjá-Ausbruchs. Diese ähneln den Ausbrüchen am Fagradalsfjall und Sundhnúkur auf der Halbinsel Reykjanes, weisen jedoch eine ungleich größere Länge und Fördermenge auf. Dieser Ausbruch – Eldgjá genannt, ebenso wie die Schlucht, in der sich die Lava heute befindet – schuf das mit fast 80 km längste jemals in Island registrierte Spaltensystem und war, gemessen am Lavavolumen, der größte effusive Ausbruch des letzten Jahrtausends. Die Lavafläche, die sich während des fast einjährigen Ausbruchs aus diesen Spalten ablagerte, würde dem gesamten Großraum der Hauptstadt Reykjavík samt Vororten entsprechen. Dieser Ausbruch hinterließ aufgrund einer ersten phreatomagmatischen Explosion (d. h. einer Wechselwirkung zwischen Eis und Magma) auch Tephra in Grönland und schleuderte Gase und Aerosole in die Atmosphäre, die das globale Klima über Jahre hinweg beeinflussten.

Rare historical photo of Katla volcano erupting in 1918, showing a massive ash plume over Iceland’s snow-covered landscape.

Der gewaltige Ausbruch der Katla im Jahr 1918 schleuderte eine riesige Aschewolke in den Himmel und markiert eines der bedeutendsten vulkanischen Ereignisse Islands im 20. Jahrhundert.

Die Ausbrüche der Katla in der modernen Geschichtsschreibung

Seit der Besiedlung Islands im 9. Jahrhundert hat die Katla mehr als 20 bedeutende explosive Ausbrüche hervorgebracht, darunter den bereits erwähnten Eldgjá-Ausbruch. Vier dieser Ausbrüche wurden mit der Stärke VEI-5 eingestuft. Einer dieser Ausbrüche forderte tragischerweise zwei Todesopfer durch Blitzeinschläge, die sich in der emporragenden Aschewolke bildeten. Der Ausbruch der Katla im Jahr 1918 ist eines ihrer berüchtigtsten Ereignisse, das im kollektiven Gedächtnis noch immer lebendig ist und wegen seiner enormen Wucht und Folgen unvergessen bleibt. Berichte aus erster Hand zeigen, dass die Menschen in Vík bereits vor dem Ausbruch in großer Sorge waren, dass die vorangegangenen Erdbeben ein Zeichen dafür waren, dass die Katla erwacht – ein Beweis dafür, dass dieser Vulkan die Menschen seit Jahrhunderten in Atem hält.

Zeitraum: Begann am 12. Oktober 1918 und dauerte etwa 24 Tage an.

Vorläufer: Spürbare Erdbeben rund um Vík einige Stunden vor dem Ausbruch.

Explosivität: Eingestuft als VEI-4-Ereignis; einer der größten Vulkanausbrüche in Island im 20. Jahrhundert.

Gletscherlauf (Jökulhlaup): Katastrophale Fluten, die schätzungsweise 8 km³ Schmelzwasser freisetzten, riesige Eisberge und Sedimente mitrissen, die Mýrdalssandur-Ebenen völlig umgestalteten und die Küstenlinie Islands in einigen Gebieten um bis zu 5 Kilometer ins Meer hinaus verschoben.

Tephra und Aschefall: Aschewolken verdunkelten den Himmel unter ständigem Blitzschlag, wobei Ascheablagerungen in ganz Island und sogar auf dem europäischen Festland verzeichnet wurden. Der Ascheregen beeinträchtigte die Landwirtschaft massiv, da er Wasserquellen verunreinigte und Ackerland unbrauchbar machte.

Umweltauswirkungen: Freisetzung beträchtlicher Mengen an Schwefeldioxid, was zu regionalen Klimaanomalien beitrug.

Auswirkungen auf den Menschen: Es gab keine direkten Todesopfer durch den Ausbruch, doch die Zerstörung von Farmland und Infrastruktur stellte die lokalen Gemeinschaften vor existenzielle Herausforderungen.

Historical photo of icebergs formed after the massive glacial outburst flood caused by Katla volcano’s 1918 eruption in Iceland.

Zurückgelassene Eisberge nach dem verheerenden Gletscherlauf (Jökulhlaup), der auf den Ausbruch der Katla im Jahr 1918 folgte. Achten Sie zum Größenvergleich auf den Mann rechts im Bild.

Die Fluten endeten nicht mit dem ersten Ausbruch, sondern setzten sich während des fast einmonatigen Ereignisses in Schüben fort. Die Eisberge, die durch die Fluten auf den Schwemmlandebenen abgelagert wurden, waren so gigantisch, dass sie dort monatelang liegen blieben. Zudem grub die erste Flutwelle eine 1700 m lange, 500 m breite und 130 m tiefe Eisschlucht in den Gletscherrücken. Wegen ihrer enormen Fließgeschwindigkeit und Ausdehnung sind diese Fluten oft der gefährlichste und lebensbedrohlichste Teil solcher explosiven Eruptionen.

Was den Ausbruch selbst betrifft, so wurde während der gesamten Eruptionsphase täglich irgendwo in Island Aschefall registriert. Spätere Untersuchungen zeigten, dass eine Fläche von 20.000 m² von einer Tephraschicht von 0,5 cm oder mehr bedeckt wurde (zum Vergleich: das gesamte Hauptstadtgebiet von Island umfasst knapp 800 m²). Ähnlich wie die Fluten kam auch der Aschefall in spürbaren Schüben, wobei der längste dreizehn Stunden am Stück andauerte und in der Nähe 3–4 cm Asche hinterließ.

Eine besondere Saga: Die Verbindung der Katla zur Lava Show

Die Geschichte der Katla wird in der Lava Show in Vík lebendig erzählt. Im Jahr 1918 war der Ururgroßvater unseres Mitbegründers Júlíus (der originale „Mr. Lava Lava“) mit einer Gruppe von Männern hoch zu Ross auf dem Mýrdalssandur (der Gletschersandebene) unterwegs, um Schafe zusammenzutreiben. Plötzlich hörten sie ein tiefes Grollen und dumpfe, laute Knallgeräusche.

Als sie sahen, wie eine etwa 2 bis 3 Meter hohe Wasserwand in rasendem Tempo auf sie zukam, mussten sie im Galopp den nächsten Hügel ansteuern und entkamen dem Tod nur um Haaresbreite. Ihre Tiere überlebten die Flutkatastrophe leider nicht. Andere Augenzeugenberichte schildern, wie haushohe Eisberge in den Höfen der Bauernhöfe abgelagert wurden und die Nächte aufgrund des dichten Asche- und Tephraregens – abgesehen von den ständigen Blitzen – in völlige Dunkelheit gehüllt waren.

Der Ausbruch von 1918 ist eine eindringliche Mahnung an die zerstörerische Kraft der Katla, insbesondere an ihre Fähigkeit, plötzliche, gewaltige Fluten und weitreichenden Ascheregen auszulösen.

Moderne Hinweise auf Aktivität und der nächste große Ausbruch

Seit dem Ausbruch von 1918 gab es an der Katla keine explosiven Ausbrüche mehr, die die Eisdecke durchbrochen haben. Es gab jedoch mehrere unbestätigte subglaziale Ereignisse, bei denen Anzeichen für eine starke Wärmeentwicklung gemessen wurden. Im Jahr 2011, gut ein Jahr nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull, wurden geophysikalische Signale registriert, die auf Magmabewegungen unter der Oberfläche hindeuteten, gefolgt von einem zerstörerischen Jökulhlaup. Diese Flutwelle zerstörte mitten in der touristischen Hauptsaison eine Brücke der Ringstraße, wodurch Reisende und ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten wurden.

In den Monaten vor diesem Ereignis wurde an GPS-Stationen auf dem Gletscher über der Katla eine Bodenhebung registriert. Wochen vor der Flut wurde zudem ein harmonischer Tremor gemessen. Dieses niederfrequente, länger anhaltende akustische Signal ist ein klassisches Anzeichen für aufsteigendes Magma. Darauf folgte eine Serie sehr flacher Erdbeben. Diese Schlüsselindikatoren in Kombination mit dem Gletscherlauf lassen Geologen vermuten, dass ein kleinerer Ausbruch oder ein hydrothermales Ereignis stattgefunden hat. Ohne handfeste Beweise (wie frische Lava, Auswurfmaterial oder eine Aschewolke) bleibt der genaue Ursprung dieser Ereignisse jedoch unklar.

Dies wirft bei Wissenschaftlern und Einheimischen die Frage auf, wann der nächste große Ausbruch der Katla bevorsteht und ob es rechtzeitige Warnsignale geben wird. Die oft gehörte These, dass die Katla immer nach dem Eyjafjallajökull ausbricht, scheint eher ein Fall von „Zufall ist keine Ursache“ zu sein. Bei nur vier dokumentierten Ausbrüchen des Eyjafjallajökull seit Beginn der Geschichtsschreibung in Island, mindestens 16 Katla-Ausbrüchen ohne jede Verbindung zu anderer vulkanischer Aktivität und einem unbestätigten Katla-Ereignis nach dem großen Ausbruch von 2010 lässt sich dieser Trend wissenschaftlich nicht belegen. Zudem sorgt die sommerliche Wärme in Island für eine Zunahme flacher Erdbeben durch das sich bewegende und schmelzende Eis sowie für kleinere Gletscherläufe, was die eigentlichen magmatischen Signale überlagern kann. So wurden beispielsweise seit Anfang dieses Jahres 390 Erdbeben am Mýrdalsjökull registriert, davon jedoch 314 allein seit dem 1. Mai.

Vor diesem Hintergrund gelten folgende Signale als die klarsten Vorboten eines Ausbruchs:

  • Bodenhebung am Gipfel – Monate bis Wochen vor dem Ausbruch

  • Erdbebenbswärme – Monate bis Wochen vorher, stärkere Erschütterungen wenige Stunden vor Ausbruch

  • Harmonische Tremore – höchstwahrscheinlich Wochen bis Tage zuvor

  • Schmelzendes Gletschereis in der Kaldera – falls sichtbar, Monate bis Wochen vorher

  • Schwefelgeruch oder Dampf – falls auftretend, nur wenige Stunden vor Beginn

Da die Katla seit dem Einzug moderner Mess- und Beobachtungstechnologien nicht mehr groß ausgebrochen ist, gibt es noch keine präzisen Daten über solche Vorboten. Wissenschaftler greifen daher auf historische Vergleiche und Berichte zurück, um Vorhersagen über die Abläufe vor einem künftigen Ausbruch zu treffen.

Die Frage, die natürlich allen unter den Nägeln brennt, lautet: Wann bricht die Katla das nächste Mal aus? Das ist verständlicherweise schwer zu beantworten. Aktuell gibt es keine geophysikalischen Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch, doch statistisch gesehen rückt ein großes Ereignis (in geologischen Zeiträumen gedacht) immer näher. Schaut man sich die Statistik der Katla an, so liegt die Spanne zwischen den Ausbrüchen bei 20 bis 90 Jahren, im Mittel bei 48 Jahren. Damit liegen die 107 Jahre, die seit 1918 vergangen sind, deutlich über dem Durchschnitt – die Wahrscheinlichkeit für einen explosiven Ausbruch der Katla liegt statistisch gesehen inzwischen bei 92 %. Dennoch lässt sich nicht vorhersagen, ob es nächsten Monat oder erst in 50 Jahren so weit sein wird. Vulkane halten sich eben an keinen Terminkalender.

Scenic view of Mýrdalsjökull glacier with Katla volcano hidden beneath the ice in South Iceland, surrounded by rivers and lush green landscape.

Der Mýrdalsjökull-Gletscher, unter dem die mächtige Katla ruht und Islands spektakuläre Landschaft prägt.

Das Risiko der Katla heute

Warum also ist ein Ausbruch der Katla ein Grund zur Sorge? Die lange Ruhephase der Katla seit 1918 lässt die Besorgnis über einen bevorstehenden Großausbruch wachsen, da sich in dieser langen Zeit viel Magma ansammeln konnte. Nach den Erfahrungen mit den explosiven Ausbrüchen des benachbarten Eyjafjallajökull im Jahr 2010 und des Grimsvötn im Jahr 2011 lassen sich die heutigen Risiken wie folgt zusammenfassen:

Seismische Aktivität: Verstärkte Erdbeben unter dem Mýrdalsjökull können Eisstürze verursachen, noch bevor es zu schweren Fluten kommt. Diese Erschütterungen sind in der gesamten Region und auch an den lokalen Touristenattraktionen auf dem Gletscher spürbar.

Eisschmelze und Fluten: Ein Ausbruch könnte in kürzester Zeit riesige Mengen Gletschereis schmelzen und katastrophale Jökulhlaups auslösen. Diese bedrohen die umliegenden Orte und die Infrastruktur – einschließlich der Ringstraße (Route 1), Islands wichtigster Verkehrsader, und des Ortes Vík.

Beeinträchtigung des Flugverkehrs: Die Aschewolken eines Katla-Ausbruchs könnten, wie schon 2010 und 2011 erlebt, den internationalen Flugverkehr über dem Nordatlantik massiv stören.

Klimatische Auswirkungen: Die enorme Menge an Schwefeldioxid, die die Katla freisetzen könnte, birgt das Potenzial für eine kurzzeitige globale Abkühlung des Klimas.

Vorbereitung & Ressourcen: Island ist hervorragend auf Vulkanausbrüche vorbereitet und die Einsatzkräfte sind bestens geschult. Da es sich jedoch um einen kleinen Inselstaat handelt, sind die personellen und materiellen Ressourcen begrenzt. Dies kann Rettungsdienste, Behörden und die Polizei an ihre Grenzen bringen. Die Anwesenheit von Reisenden, die mit den Verhaltensregeln und Warnsignalen bei Vulkanausbrüchen oft nicht so vertraut sind wie die Einheimischen, macht Evakuierungen und Absperrungen zu einer zusätzlichen Herausforderung.

Mengen an Lava und Tephra, die von der Katla ausgestoßen werden

Die Ausbrüche der Katla sind bekannt für die unvorstellbaren Mengen an Lava und Tephra, die dabei freigesetzt werden:

Lava: Obwohl die Ausbrüche der Katla meist explosiver Natur sind, kam es in der Vergangenheit auch zu beträchtlichen Lavaströmen. Allein der Ausbruch von 1918 hinterließ gewaltige Lavaablagerungen, die die Landschaft vor Ort völlig veränderten.

Tephra: Die Tephra-Menge der Katla gehört zu den größten unter den isländischen Vulkanen. Schätzungen zufolge wurden bei einigen Ausbrüchen über 2 Kubikkilometer Tephra in die Luft geschleudert – Spuren davon wurden in ganz Europa und Grönland nachgewiesen.

Sedimente durch Gletscherläufe: Die durch die Ausbrüche verursachten Fluten transportieren gigantische Mengen an Sedimentschichten, die die umliegenden Ebenen immer wieder neu formen.

Diese enorme Produktivität unterstreicht die Urgewalt der Katla, die sowohl lokale Gefahren birgt als auch weitreichende geologische Spuren hinterlässt.

Vergleiche mit weltweit bekannten Vulkanen

Um die Dimensionen der isländischen Vulkanlandschaft und die Rolle der Katla besser einordnen zu können, hilft ein Blick auf weltweite Statistiken. Von den 203 Vulkanausbrüchen mit einer Stärke von VEI-4 oder mehr, die sich seit dem Jahr 1600 weltweit ereigneten, fanden nur 31 außerhalb des Pazifischen Feuerrings statt. Solche Subduktionszonen dominieren die weltweite Vulkanaktivität und bringen im Schnitt deutlich größere und häufigere Eruptionen hervor als andere geologische Formationen. Bemerkenswert ist jedoch, dass von den 31 Ausbrüchen außerhalb des Pazifischen Feuerrings stolze 22 in Island stattfanden. Islands Vulkansysteme sind damit die aktivsten Nicht-Subduktionssysteme* der Erde – und von diesen 22 Ausbrüchen gehen sage und schreibe acht auf das Konto der Katla.

*über dem Meeresspiegel

Um die Dimensionen noch besser zu veranschaulichen, lässt sich die Aktivität der Katla mit einigen der berühmtesten Vulkane der Welt vergleichen:

Vesuv (Italien): Sowohl die Katla als auch der Vesuv sind für hochgradig explosive Ausbrüche bekannt. Der berühmte Ausbruch im Jahr 79 n. Chr., der Pompeji zerstörte, hatte die Stärke VEI-5 und erzeugte tödliche pyroklastische Ströme und dichten Ascheregen. Die prähistorischen Ausbrüche der Katla werden sogar auf VEI-6 geschätzt. Die gewaltigen Jökulhlaups der Katla bringen jedoch eine Dimension der Flutgefahr mit sich, die es beim Vesuv so nicht gibt.

Mount St. Helens (USA): In Sachen Explosivität steht die Katla dem Mount St. Helens in nichts nach, dessen verheerender Ausbruch im Jahr 1980 ebenfalls mit VEI-5 eingestuft wurde. Doch auch hier sorgt die Lage der Katla unter dem Gletschereis für ein ungleich höheres Risiko katastrophaler Überschwemmungen.

Pinatubo (Philippinen): Der Pinatubo war der größte Vulkanausbruch der letzten 100 Jahre. Diese VEI-6-Eruption dauerte mit Unterbrechungen über ein Jahr an und erzeugte – ähnlich wie die oben genannten Vulkane – lebensgefährliche pyroklastische Ströme. Im Vergleich dazu erzeugt die Katla meist kleinere Aschewolken und ihre Eruptionen sind in der Regel von kürzerer Dauer.

Krakatau (Indonesien): Bekannt für die lauteste jemals von Menschen dokumentierte Explosion, verursachte dieser VEI-6-Ausbruch im Jahr 1883 einen fünf Jahre andauernden vulkanischen Winter und zerstörte ganze Inseln. Beide Vulkane können durch Asche- und Gasemissionen das globale Klima beeinflussen, wenngleich die Ausbrüche der Katla seltener und meist in kleinerem Rahmen stattfinden.

Eyjafjallajökull (Island): Die Ausbrüche der Katla sind in der Regel um ein Vielfaches größer und zerstörerischer, verbunden mit weitaus größeren Tephramengen und weitaus heftigeren Überschwemmungen. Alles, was wir im Jahr 2010 erlebt haben, könnte bei einem Ausbruch der Katla also noch viel extremere Ausmaße annehmen.

Reykjanes (Island): Die dortigen Eruptionen sind fast ausschließlich Spalteneruptionen ohne nennenswerte Aschebildung, bei denen es höchstens durch Grundwasser zu kleineren Explosionen kommt. Die Katla kann zwar ebenfalls solche effusiven Spalteneruptionen wie am Fagradalsfjall oder Sundhnúkur hervorbringen, allerdings in einer weitaus größeren, längeren und gefährlicheren Dimension.

Die einzigartige Kombination aus explosiver Kraft, Gasemissionen, Gletscherläufen und weitreichendem Aschefall macht die Katla zu einem der gefährlichsten Vulkane Islands, der auch regional und global spürbare Auswirkungen auf Atmosphäre und Klima haben kann. Auch wenn die Katla, wie beschrieben, weder „überfällig“ ist noch „schläft“, so rückt die Wahrscheinlichkeit für einen neuen Ausbruch mit jedem Jahr näher. Ein Besuch der Lava Show in Reykjavík oder Vík ist die perfekte Gelegenheit, um sich mit spannenden Infos zu versorgen und die faszinierende Urgewalt der Katla hautnah zu bestaunen.

Häufig gestellte Fragen zum Vulkan Katla

Wo befindet sich der Vulkan Katla?

Die Katla liegt unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher im Süden Islands, etwa 20 Kilometer nördlich von Vík und 180 Kilometer südöstlich von Reykjavík.

Welcher Vulkantyp ist die Katla?

Die Katla ist ein riesiger subglazialer Vulkan mit einer rund 10 Kilometer breiten Kaldera. Ihr Vulkansystem kann sowohl hochexplosive Ausbrüche als auch gigantische, effusive Spalteneruptionen hervorbringen.

Warum wird die Katla auch als Islands „schlafender Riese“ bezeichnet?

Sie wird so genannt, weil sie zu den kraftvollsten Vulkanen Islands zählt, seit 1918 jedoch keinen bestätigten großen Ausbruch mehr hatte. „Schlafend“ bedeutet jedoch keineswegs inaktiv: Forscher registrieren weiterhin regelmäßig Erdbeben, geothermische Aktivität und andere Unruhen im Bereich des Vulkans.

Wie oft ist die Katla schon ausgebrochen?

Seit der Besiedlung Islands im 9. Jahrhundert ist die Katla mindestens 20 Mal ausgebrochen. Geologische Funde belegen zudem eine weitaus längere Aktivitätsgeschichte, die Hunderttausende von Jahren zurückreicht.

Wann war der letzte Ausbruch der Katla?

Der letzte bestätigte große Ausbruch der Katla begann am 12. Oktober 1918 und dauerte etwa 24 Tage an. Es gab danach zwar immer wieder Vermutungen über kleinere Aktivitätsphasen unter dem Eis, diese wurden jedoch nie zweifelsfrei als Ausbrüche bestätigt.

Was geschah beim Ausbruch der Katla im Jahr 1918?

Dieser VEI-4-Ausbruch erzeugte eine riesige Aschewolke, massiven Ascheregen und einen verheerenden Gletscherlauf. Die Flutwelle riss gigantische Eisberge und Sedimentmassen über den Mýrdalssandur mit sich und veränderte das Landschaftsbild völlig.

Gab es beim Ausbruch von 1918 Todesopfer zu beklagen?

Es gab keine direkten Todesfälle durch den Ausbruch. Dennoch brachten die Überschwemmungen, der Aschefall und die Zerstörung von Weideland und Infrastruktur große Not über die Menschen in den umliegenden Regionen.

Was ist ein Jökulhlaup?

Ein Jökulhlaup ist ein plötzlicher, oft katastrophaler Gletscherlauf. Bei der Katla bringt ein Ausbruch unter dem Mýrdalsjökull das Eis in kürzester Zeit zum Schmelzen, woraufhin sich enorme Wasser-, Schlamm- und Eismassen ins Tal ergießen.

Warum kann die Katla so extrem heftige Fluten auslösen?

Da die Katla unter einer dicken Gletscherschicht liegt, schmilzt die enorme Hitze eines Ausbruchs das darüber liegende Eis blitzartig. Das Schmelzwasser sammelt sich an und bricht schließlich in einer gewaltigen, rasanten Flutwelle aus.

Ist die Katla ein explosiver Vulkan?

Ja, die historischen Ausbrüche der Katla waren überwiegend explosiver Natur. Wenn heißes Magma auf eiskaltes Schmelzwasser trifft, kommt es zu heftigen Explosionen, die riesige Mengen an Asche und Tephra erzeugen. Dennoch kann das Katla-System auch effusive Spalteneruptionen hervorbringen.

Was war der Eldgjá-Ausbruch?

Die Eldgjá-Eruption war ein gigantischer Spaltenausbruch im Vulkansystem der Katla, der um das Jahr 939 n. Chr. begann. Die Spalten erstreckten sich über fast 80 Kilometer und erzeugten einen der größten Lavaströme des letzten Jahrtausends.

Könnte ein Ausbruch der Katla den Flugverkehr beeinträchtigen?

Absolut. Ein großer explosiver Ausbruch könnte Asche in große Höhen schleudern und den Flugverkehr lahmlegen, ganz ähnlich wie es 2010 beim Nachbarvulkan Eyjafjallajökull der Fall war.

Wäre der Ort Vík von einem Ausbruch der Katla bedroht?

Ein größerer Ausbruch könnte Vík und die umliegende Infrastruktur durch Fluten, Aschefall und eine Unterbrechung der Ringstraße (Route 1) gefährden. Die isländischen Behörden überwachen den Vulkan daher genauestens und haben detaillierte Notfall- und Evakuierungspläne ausgearbeitet.

Welche Vorboten könnten auf einen Ausbruch hindeuten?

Zu den typischen Anzeichen gehören eine Bodenhebung, Erdbebenschwärme, harmonische Tremore, verstärktes Schmelzen des Gletschereises sowie Dampf- und Schwefelemissionen. Da die Katla im Zeitalter moderner Überwachungstechnik jedoch noch nicht ausgebrochen ist, bleibt der genaue Ablauf dieser Vorboten ungewiss.

Können Wissenschaftler den nächsten Ausbruch der Katla vorhersagen?

Den genauen Zeitpunkt eines Ausbruchs können auch Wissenschaftler nicht vorhersagen. Die Überwachung zeigt zwar Veränderungen und steigende Unruhe im Vulkan an, liefert aber kein konkretes Datum im Voraus.

Folgt auf einen Ausbruch des Eyjafjallajökull immer die Katla?

Nein, das stimmt so nicht. Zwar gab es in der Geschichte Fälle, in denen die Katla nach dem Eyjafjallajökull aktiv wurde, doch diese wenigen Ereignisse reichen nicht aus, um eine feste Gesetzmäßigkeit zu belegen. Die meisten bekannten Ausbrüche der Katla fanden völlig unabhängig statt.

Ist die Katla „überfällig“ für einen Ausbruch?

Vulkane halten sich an keine festen Zeitpläne, weshalb der Begriff „überfällig“ wissenschaftlich nicht ganz korrekt ist. Historische Durchschnittswerte bieten zwar eine Orientierung, sagen aber nichts darüber aus, ob der nächste Ausbruch schon bald oder erst in vielen Jahren stattfindet.

Ist es sicher, die Region um die Katla zu besuchen?

Die Region rund um die Katla und den Mýrdalsjökull-Gletscher ist ein beliebtes Reiseziel, aber die Bedingungen können sich schnell ändern. Besucher sollten sich stets auf den offiziellen Seiten des isländischen Wetteramtes und bei SafeTravel Iceland informieren und den Anweisungen der Behörden vor Ort Folge leisten.

Welche Verbindung hat die Katla zur Lava Show?

Die echte Lava, die bei der Lava Show wieder zum Schmelzen gebracht wird, stammt direkt aus dem Ausbruch der Katla im Jahr 1918. In Vík erzählen wir zudem die unglaubliche Geschichte eines Vorfahren unseres Mitbegründers Júlíus, der der verheerenden Flutwelle beim Schafehüten auf dem Mýrdalsjökull nur knapp entkam.

Kann ich echte flüssige Lava in der Nähe der Katla sehen?

Ja! Bei der Lava Show in Vík – nur eine kurze Fahrt von der Katla entfernt – können Sie glühend heiße, flüssige Lava in einer sicheren Umgebung hautnah erleben. Auch in Reykjavík gibt es einen Standort der Lava Show, der Ihnen die vulkanischen Kräfte Islands eindrucksvoll vor Augen führt.

Erleben Sie echte, flüssige Lava

Die Katla ist einer der kraftvollsten und am besten überwachten Vulkane Islands. Verborgen unter dem Mýrdalsjökull-Gletscher ist sie jederzeit bereit, uns mit ihrer spektakulären Energie zu überraschen. Während die Wissenschaft ein wachsames Auge auf diesen Riesen wirft, bietet Ihnen die Lava Show die einmalige und sichere Gelegenheit, echte geschmolzene Lava aus nächster Nähe zu erleben. Spüren Sie die Hitze der glühenden Lava nur wenige Meter von Ihnen entfernt und entdecken Sie die Urgewalten, die Island seit Jahrtausenden formen.

Planen Sie Ihren Besuch:

Quellenverzeichnis:

Verfasst von Jessica Poteet. Hier finden Sie ein Interview mit ihr im Lava Academy Podcast.


Abonnieren Sie den Lava Show Newsletter

Melden Sie sich an und holen Sie sich das aufregendste Erlebnis der Welt direkt in Ihren Posteingang!

Abonnieren Sie den Lava Show Newsletter

Melden Sie sich an und holen Sie sich das aufregendste Erlebnis der Welt direkt in Ihren Posteingang!

Abonnieren Sie den Lava Show Newsletter

Melden Sie sich an und holen Sie sich das aufregendste Erlebnis der Welt direkt in Ihren Posteingang!

Lava-Show

USt-Nummer: 132003

Kennitala: 4607161010

Lava-Show

USt-Nummer: 132003

Kennitala: 4607161010

Lava-Show

USt-Nummer: 132003

Kennitala: 4607161010